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Mit Wirkung ab Januar 2021 wird Guido Mitschke sein Amt als Geschäftsführer der Transact an Tim Tenelsen übergeben. Nach mehr als 26 Jahren in der Führung des Unternehmens ist für Herrn Mitschke der richtige Zeitpunkt gekommen, einen Nachfolger für die strategische und operative Leitung einzuarbeiten. Tim Tenelsen ist – unterbrochen von 1,5 Jahren „Ausflug“ in andere Bereiche des Gesundheitswesens, seit 10 Jahren bei der Transact und ein intensiver Kenner der Prozesse, Produkte und Kunden  bei Transact. Unter seiner Leitung kann sich die Transact noch breiter aufstellen und für neue Impulse in der Umsetzung unserer Qlik-basierenden Produkten sorgen. Guido Mitschke wird noch eine zeitlang den Einarbeitungsprozess begleiten und steht anschließend als Gesellschafter der Transact-Mutter Today is Life GmbH für die strategische Weiterentwicklung von Transact, sowie für die Umsetzung einzelner Kundenprojekte zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Tim und wünschen Guido für seine Vorhaben in der Zukunft alles Gute.

Unsere Leiterin Vertrieb, Nadine Hopf hat Guido Mitschke zum Führungswechsel bei Transact interviewt:

Zum Späterlesen können Sie das vollständige Interview auch hier als PDF herunterladen.

Interview

Nadine Hopf, Vertriebsleiterin bei Transact: Moin Guido, nach knapp 27 Jahren Transact trittst Du nun Stück für Stück als Geschäftsführer zurück. Es kommt für uns ein wenig überraschend. Wie kommt es dazu?

Guido Mitschke: 27 Jahre sind eine lange Zeit und das Unternehmen habe ich damals mit zwei Kollegen des KIS-Anbieters prompt! gegründet, als wir eigentlich nur eine Software, eine Finanzbuchhaltung für Krankenhäuser entwickeln wollten. Die Entwicklung hat damals sehr viel Spaß gemacht und der Vertrieb lief zu der Zeit automatisch über den KIS-Hersteller. Später, als die Fibu dann durch Agfa abgelöst wurde, habe ich – dann als alleiniger Gesellschafter der Transact – QlikView im Internet entdeckt und wusste sofort, welch unglaubliches Potenzial diese tolle Software hat. Ich habe dann quasi als One-Man-Show 2002 in der damaligen DRG-Einführungsphase mit QlikView ein Produkt entwickelt, das es heute noch gibt: DRG-View. 

Und deswegen ist mein jetziger Schritt einfach: Back to the Basics, so das ich einfach mal wieder die Dinge tun kann, die ich am besten kann und mir dadurch auch am meisten Spaß bringen. Nicht das ich als Geschäftsführer einen schlechten Job mache, aber ich möchte wieder selber Software entwickeln, viel mehr Zeit für Produktideen und Spezifikationen haben, dies ist – wie viele wissen- meine eigentlich Stärke.

Nadine: Wer ist denn der „Neue“?

Guido: Der „Neue“ ist eigentlich ein „Alter Hase“. Tim Tenelsen hat schon 2010,  damals als Spezialist für geographische Datenanalysen bei Transact angefangen. Mit ihm haben sich weitere – manchmal revolutionäre – Produktentwicklungen angeschlossen und Tim hat dann in Folge die Leitung des Bereiches „Entwicklung & Support“ übernommen und mit seinem Team damit den Kernbereich der Transact außerordentlich professionell verantwortet.

Gemeinsam mit Tim und Suse Barknowitz, die viele aus Ihrem Verantwortungsbereich des Transact-Office kennen, haben wir dann ab 2016 den Führungskreis der Transact gebildet, der für die strategische und inhaltliche Weiterentwicklung von Transact zuständig ist und für mich eine unglaublich große Unterstützung in der Führung des Unternehmens darstellt. 

Mitte 2018 hat Tim dann allerdings auf der Suche nach noch mehr Verantwortung die Transact verlassen und ist zu einem klassischen IT-Projektanbieter im Gesundheitswesen gewechselt. Nach 1,5 Jahren als Produktmanager konnte ich Tim dann wieder für die Rückkehr in unser Team, zu unseren Produkten und Kunden begeistern. 

Er wird nun ab 1.1. die Position als alleiniger Geschäftsführer der Transact ausgestalten. Ich bin froh, dass er sich schon in der Vergangenheit viel bei uns eingebracht hat und er wird mit seiner verbindlichen Art das Unternehmen weiter voranbringen.

Von seinen Fähigkeiten ist er – ähnlich wie ich – technisch auf dem neuesten Stand der Zeit, er kennt das Team und den Markt, vertrieblich wird er sich noch weiterentwickeln. Die Lücken, die durch meinen Weggang entstehen, werden sachlich und fachlich schnell durch Tim gefüllt werden. Ich habe absolutes Vertrauen in Tim, das sich das Unternehmen auch und gerade in diesen etwas schwierigen Zeiten unter seine Führung gesund und mit viel Spaß an der Sache weiterentwickeln kann.

Nadine: Wie wird denn der Übergang zu Dir auf Tim aussehen?

Guido: Ja, das muss man sehen, wir haben bereits eine gemeinsame langfristige Strategie erarbeitet. Und konkret wird es für Tim bedeuten, in seiner neuen Rolle alle Aspekte des Unternehmens täglich wieder neu zu anzunehmen und zu bewerten, mit Kollegen, mit Kunden und Partnern in ein Networking einzusteigen, um für alle Bereiche auch jeweils immer die beste Lösung zu finden. Das sind schon einige Herausforderungen, aber ich denke, das Grundrüstzeug hat er ja schon die Jahre über mitbekommen. Ich werde ihm und dem Team noch bis ca. Juli begleitend in Teilzeit zur Verfügung stehen. In dieser Zeit werde ich noch einiges von meinem angesammelten Know-How auf Tim übertragen. Ich bin absolut zuversichtlich, dass mein Weggang mit der Art und Weise, wie Tim das Unternehmen künftig führen wird, eher ein leiser Abgang werden wird.

Nadine: Wie geht es Dir damit? Ein wenig Wehmut vielleicht?

Guido: Ich hätte ganz ehrlich gedacht, ich wäre wehmütiger, aber da sich auch gerade jetzt in Zeiten von Corona das Geschäft eher einseitig auf die Steuerung des Unternehmens konzentriert hat, statt wie früher auf vertriebliche Einsätze irgendwo in der Republik, bin ich auch mal wieder froh, mich um eigene Dinge kümmern zu können. Ich weiß die Transact in wirklich sehr, sehr guten Händen mit Tim. Die Transact ist aufgeteilt in funktionale Bereiche und die Bereichsleiter werden den neuen Geschäftsführer hervorragend unterstützen. In der Übergangszeit in den nächsten Monaten werden Tim und ich uns sehr regelmäßig und zeitnah gegenseitig austauschen; die Wehmut wird bei mir wohl auch erst danach auftauchen, wenn ich aus den operativen Prozessen bei der Transact ganz raus bin. Dann kommt die Wehmut ganz sicher. Im Moment überwiegt wohl eher die Spannung und Freude auf das, was ich dann künftig tun werde.

Nadine: Bleibst Du denn irgendwie uns und den Kunden erhalten?

Guido: Ich bleibe euch erstmal erhalten, wir haben uns geeinigt, dass ich ab Januar an zwei Tagen in der Woche, Montags und Donnerstags hauptsächlich als Sparringspartner für Tim da bin, aber auch in allen weiteren operativen Fragen, sei es mit den Kollegen, sei es mit einzelnen Kunden, unterstütze ich natürlich auch weiterhin. Das geht mit Sicherheit auch über das nächste halbe Jahr hinweg. Für einige Kunden kann ich bei Bedarf auch weiterhin ein erster Ansprechpartner sein, jedoch wird sich das mit Sicherheit im Laufe der Zeit verändern, so dass das Ganze mehr und mehr an Tim übergeht.

Unser Bundesliga-Tippspiel bei Transact mit dem klangvollen Namen Kick-View wird natürlich ebenso weiter von mir betreut und vielleicht im nächsten Jahr um weitere Funktionen ergänzt. 

Nadine: Was wirst Du vermissen?

Guido: Besonders den intensiven Kontakt zu vielen Kunden werde ich vermissen, denn das war immer das, an dem ich mich in den letzten zwanzig Jahren fachlich und inhaltlich weiterentwickeln konnte. Natürlich werde ich auch unsere Bandbreite an tollen Qlik-basierenden Produkten vermissen, über die wir unseren Kunden und Kollegen immer vermitteln konnten: „Ja, alle Eure Anforderungen sind damit schon im Wesentlichen erfüllt“. Und nicht zuletzt werde ich die Menschen bei Transact vermissen, die mir über die Jahre hinweg sehr ans Herz gewachsen sind und es wird vermutlich der schwerste Akt sein, nicht mehr mal so eben bei z.B. Nadine oder Pablo anrufen zu können, um ein wenig Klönschnack zu halten und anschließend fachliche Dinge gemeinsam zu erledigen. Das wird mit Sicherheit eine große Umgewöhnung sein, man kann aber davon ausgehen, dass ich bei meinen neuen Aufgaben nicht unbedingt vereinsamen werde und es auch dort einige Schnittstellen und Berührungspunkte zur Transact geben wird. 

Langeweile werde ich aber wohl nicht haben, ich habe genügend spannende Ideen. Wer mich kennt, weiß, dass mein eigentliches Steckenpferd darin liegt, ständig neue Ideen und Konzepte im IT-Bereich zu entwickeln. Ich habe eine ganze Schublade voll davon und ich habe in der Vergangenheit ein wenig vermisst, diese Sachen nicht selber umsetzen zu können. In den letzten Jahren habe ich über die von mir 2014 gegründete Today is Life Development einzelne Projekte begonnen und konnte mit meinem kleinen Team aus freien Mitarbeitern einige davon fertigstellen.

Nadine: Welchen Rat gibst Du Tim mit auf den Weg?

Guido: Wir haben schon einiges an Übergabe gemacht und die wichtigste Empfehlung für Tim ist, in allen Bereichen Geduld zu haben und zu behalten. Man braucht in diesem Markt und dem Umfeld von Transact, genauso wie innerhalb des Teams Geduld und Weitsicht; man darf sich nicht von seinem eingeschlagenen Pfad abbringen lassen, es sei denn, durch gute Argumente. Für vieles an Aufgaben stellt sich sehr häufig der Erfolg nicht immer sofort ein, sondern man benötigt die Ruhe und in allen Bereichen positive Zuversicht, das alle Dinge klappen. Das ist – so glaube ich – auch mein Motto über all die Jahre gewesen, und ich denke, darüber sind unsere Projekte in fast allen Fällen in die richtigen Bahnen gelenkt worden. 

Einen weiteren Rat habe ich ihm gegeben, wobei wir hier schon vorher sehr darüber einig waren, das im „Zuhören“ und „weniger reden“ sowohl gegenüber Mitarbeitern als auch vor allem bei Kunden und Partnern eine große Stärke liegen kann. Wer mich kennt, weiß bestimmt, dass ich das mit dem „wenig reden“ vielleicht nicht immer so befolgt habe, aber der Erfolg des Unternehmens gibt mir hier recht, dass das Zuhören, Verstehen und unkomplizierte Umsetzen von komplexen Anforderungen eine große Besonderheit bei Transact ausmacht. 

Nadine: Geduld und Zuhören = „sigar, sigar“?

Guido: Ja, ich habe bei der Today is Life einige befreundete Kollegen auf der Insel Kreta sitzen, die mit dem griechischen „sigar, sigar“ ausdrücken: „Immer mit der Ruhe, alles wird gut“. 

Nadine: Meinst Du nicht, dass Dein Schritt, als geschäftsführender Gesellschafter die Führung des Unternehmens einem anderen zu überlassen, im Markt Schule machen könnte?

Ich glaube recht fest dran. Die Transact war ja schon immer – das stellt sich auch gerade in diesen schwierigen Corona-Zeiten heraus- außerordentlich innovativ im Bereich der Organisation von Unternehmen. Wir machen seit mehr als 20 Jahren mit allen Mitarbeitern Home-Office und sind seitdem auch mit allen Tools, die heute plötzlich überall nachgefragt werden, sehr vertraut. 

Wir haben uns schon immer sehr stark für Nachhaltigkeit im Bereich von Mobilität eingesetzt, wir sind wahrscheinlich das einzige Unternehmen in der IT-Software-Branche, das nicht einen einzigen Firmenwagen besitzt, sondern alle Mitarbeiter dazu bewegt, auch bei unseren bundesweiten Einsätzen den ÖPNV zu nutzen. Das klappte all die Jahre schon immer wunderbar, wurde auch in der Vergangenheit von einigen befreundeten Unternehmen adaptiert. Mitarbeiter wie Kunden erleben diese – für viele Firmen „neuen“ – Formen der Arbeit als sehr angenehm, effizient und professionell. Es gibt darüber hinaus viele weiteren positiven Aspekte der Organisationsformen bei der Transact, da habe ich mir in der Vergangenheit immer sehr viele Gedanken drüber gemacht.

Nun als Geschäftsführer, der aus der Entwicklung kommt, wieder in die zweite Reihe zurückzutreten und wieder in die Entwicklung zu gehen, einem jüngeren Kollegen den Platz zu geben, um das Unternehmen weiter zu entwickeln, das könnte auch für andere Unternehmen neue Möglichkeiten offenbaren. 

Nadine: Was hast Du denn konkret in der Zukunft vor?

Guido: Die Transact ist ja Mitglied des von mir im Jahr 2014 gegründeten Firmenverbundes „Today is Life“. Ich hatte in dem Jahr einen schweren Unfall auf Kreta, bei dem mein rechter Arm und meine Hand stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, so kam der Name des Unternehmens zustande. 

In diesem kleinen Firmengeflecht mit weiteren Tochterunternehmen gibt es eine ganze Reihe von coolen Startup-Ideen, die ich mit meinem kleinen Team auf Kreta auch schon umgesetzt habe. Wir haben dort für den griechischen und zypriotischen Gesundheitsmarkt eine digitale Patientenakte für den ärztlichen Bereich entwickelt, die sich derzeit im Rollout befindet. Die Spezifikation kam von mir und nun ist hier auch mein vertriebliches Geschick in diesem Projekt gefordert. 

Weitere eigene Ideen sind z.B. mein Projekt Streethunt: Dies ist eine Wette, dass man es schaffen kann, ALLE Straßen seines Heimatortes abzuwandern. Wir haben dazu eine mobile App entwickelt, die das Ganze unterstützt; als Zielgruppe sehen wir alle Menschen, die unter klassischem Bewegungsmangel leiden und mit der Teilnahme an diesem „Spiel“ – jeder in seinem eigenen Tempo – ihre medizinischen Vitalparameter positiv beeinflussen können. Zunächst wird Streethunt – nach dem Lockdown – in Hamburg ausgerollt, Mitte des nächsten Jahres dann in weiteren Regionen. Es bringt viel Spaß, die eigene Stadt zu erwandern und vielleicht kann unsere App dabei helfen, den Gesundheitszustand der Teilnehmer zu verbessern. 

Ich habe noch eine ganze Reihe weiterer Konzepte für neue und innovative Software und freue mich, diese in den nächsten Jahren angehen zu können. Natürlich steht bei allen Themen am Ende auch das Thema Datenanalyse und Reporting im Focus und so wird die Schnittstelle zur Transact natürlich dauerhaft erhalten bleiben: Als eines der nächsten Projekte kümmere ich mich im Rahmen von „Endless Data“ darum, viele öffentlich verfügbare Datenquellen miteinander zu kombinieren und für die Anreicherung von beliebigen Analyse-Applikationen, z.B. mit Qlik Sense in einem Shop („Datenladen“) bereitzustellen, auch hiervon wird die Transact profitieren können. Das Konzept dieses Projektes ist schon weit gediehen und eine Umsetzung kann recht schnell erfolgen.

Dies sind nur einige Punkte für meine Zukunft, vieles wird vor Ort mit meinen kretischen Kollegen entstehen. Ich würde mich freuen, für einzelne Kunden auch weiterhin mal das ein oder andere QlikView oder Sense-Projekt zu machen, denn es wäre ja schade, dass mein Wissen um diese tolle Technik nicht regelmäßig gepflegt würde.

Nadine: Das hört sich aber nach viel Arbeit an…

Guido: Ja, das stimmt, aber ich werde versuchen, diese Projekte mit einer etwas anderen Taktfrequenz anzugehen. Derzeit gibt es in meiner neuen Position, vor allem bedingt durch meine neu geschaffenen Organisationsformen viel weniger Abhängigkeiten und „Altlasten“. Die Projekte sind vielmehr daraus ausgerichtet, ihre tollen Lösungen zunächst am Markt zu beweisen und werden sich dann autonom und ohne meinen dauerhaften Einfluss weiterentwickeln. Das gibt mir Zeit und Raum, aus weiteren guten Ideen tolle Produkte machen zu können. Dazu gehört für mich natürlich auch, nach Corona wieder am schönen Strand auf Kreta zu sitzen und einfach mal nichts zu tun. Zwar müssen meine neuen Projekte auch jeweils immer kommerziell erfolgreich sein, aber ein Motto bei mir war schon immer „Man wächst an seinen Aufgaben“. 

Nadine: Noch ein Schlusswort?

Guido: Sowohl für Tim Tenelsen, als auch für alle Kunden und Mitarbeiter gilt auf jeden Fall mein Versprechen: Solange man mich braucht, bin ich auch da.